Das Konzept

Zum fünften Mal veranstaltet die Kunsthalle Schweinfurt vom 2. Juli bis zum 5. September 2021 die Triennale Franken, eine Präsentation von Kunstwerken, die von Künstlerinnen und Künstlern geschaffen wurden, die durch ihre Geburt oder ihr Wirken mit Franken verbunden sind. Als weiterer Ausstellungsort dient die Kirche St. Johannis. Mit der Kuratierung wurde der ehemalige Domkapitular und Kunstreferent der Diözese Würzburg, Dr. Jürgen Lenssen, beauftragt, der die zehn Künstlerinnen und Künstler ausgewählt hat: Walter Bausenwein, Udo Breitenbach, C. U. Frank, Thomas Hildenbrand, Jürgen Hochmuth, Rainer Nepita, Götz Sambale, Birgitta Volz, Adrian Wald und Jürgen Wolf. 

Die inhaltliche Konzeption steht unter dem Thema „Wahrheit“ und gibt den Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, eigens für diese Triennale schöpferisch tätig zu werden. Bewusst wurde davon abgesehen, sich allein auf eine Präsentation momentanen künstlerischen Schaffens zu beschränken. Die Triennale soll sich in ihren Werken und deren Wahrnehmung darauf ausrichten, was als Problemstellung in der Gegenwart erfahrbar ist: die Erschließung von Wahrheit. Hierbei ist nicht daran gedacht, das Ringen um Wahrheit allein darauf zu beschränken, auf den derzeit gepflegten populistischen Umgang mit der Wahrheit – immer als Gratwanderung zur Lüge – zu reagieren.

 Es geht um weit mehr, wenn im Disput mit der Kunst die Wahrheit thematisiert wird. Der Dichter Erich Fried weist darauf hin, wenn er schreibt: „Kunst – um der Kunst willen – ist ein Irrtum – den man – gegen alle Irrtümer – in deren Namen – er angegriffen wird – immer wieder verteidigen muss – um der Freiheit willen – und um der Wahrheit willen – und um der Kunst willen.“ In diesem lyrischen Text wird die Einheit der Kunst mit Freiheit und Wahrheit ebenso hervorgehoben wie der Umstand, dass Kunst, Freiheit und Wahrheit einander bedingen bzw. allein in diesem Miteinander bestehen. Von daher ist die Kunst in ihrer Wahrnehmung zugleich ein Schlüssel für die Erfahrung von Freiheit und Wahrheit. Zudem gilt nach Erich Fried, dass Freiheit und Wahrheit Vorausbedingungen für die persönliche Öffnung zu Kunst hin sind, um so von der Kunst her für den Lebensvollzug Freiheit und Wahrheit zu gewinnen.

Was vor diesem Hintergrund durch die in der Kunsthalle und in der Kirche St. Johannis präsentierten Kunstwerke empfunden werden kann, wird auch im Begleitprogramm, z. B. durch Musik, Lyrik oder Kabarett, erfahrbar. Die Kuratorenführungen zum Thema „Mensch und Wahrheit“ sind eine weitere Gelegenheit, sich auf die Kunst als Raum der Freiheit und Wahrheit sowie als Anstoß für die Suche nach Wahrheit einzulassen.

Mit dieser Triennale wird der Blick über die Kunst und dank der Kunst darauf gelenkt, was den Wert des Lebens und des Menschen ausmacht: frei zu werden und sich von der Sehnsucht nach der Wahrheit leiten zu lassen, um so zu sich, zur eigenen Wertigkeit zu finden und in die Fußstapfen der Künstlerinnen und Künstler zu treten.

 

Dr. Jürgen Lenssen und Andrea Brandl

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