German Urban Pop Art - Thomas Baumgärtel

30. Juli 2020 – 08. November 2020


"ich kenne kein Weekend"

Miniaturbild: 'ich kenne kein Weekend'

Beuys, Polke, Brehmer, Hödicke, Hutchinson, Köpcke und Vostell in der Edition Block

VERLÄNGERT in der Kunsthalle, Galerie im Quadrat

Der Ausspruch „ich kenne kein Weekend“ ist Joseph Beuys‘ Reaktion auf den Vorschlag René Blocks, einen Beitrag zu dessen Edition unter dem Titel „Weekend“ beizusteuern. Das Ergebnis war 1971/72 ein Koffer mit Objekten von Beuys, der insgesamt 18 graphische Arbeiten von sechs weiteren Künstlern aus dem Umfeld Blocks beinhaltet.

René Block förderte maßgeblich Künstler der Fluxus-Bewegung (lat. fluxus = fließend). Diese hat ihre Anfänge in den 1960er Jahren um Knotenpunkte in Westdeutschland sowie New York. Fluxus entwickelte sich zu einem international verzweigten Netzwerk, das, alleine deshalb, weil sich viele Künstler nicht einmal persönlich kannten, als sehr heterogene Gemeinschaft zu verstehen ist. Wolf Vostell formulierte: „Fluxus …, die erste Gruppe ohne Namensliste“.

Chronologisch folgt Fluxus auf die Kernzeit des Informel, das die Ständige Sammlung der Kunsthalle Schweinfurt im vorigen Flügel präsentiert, wendet sich aber gegen die klassische und als überkommen empfundene abstrakte Malerei. Das Element der politischen Opposition und spitzen Aussagen sowie die internationalen Netzwerke ähneln der Geisteshaltung der schon einige Jahre früher tätigen und im weiteren Rundgang gezeigten Gruppen wie SPUR.

Die Edition „Weekend“ ergänzt die in der Kunsthalle ausgestellte Kunst in Deutschland nach 1945 also treffend um eine weitere meinungsstarke Facette der Nachkriegsgeschichte. Das gedankliche Erbe von Fluxus reicht dabei bis zu den Zeitgenossen: Die politische, gesellschaftskritische Aktion „Jeder gegen Jeden“ von Ottmar Hörl, die teils noch im Untergeschoss zu sehen ist, lässt sich dem etwa zurechnen.

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