Philipp Katzenberger. Gewinner Graffiti- und Street Art Wettbewerb 2020

Miniaturbild: Philipp Katzenberger. Gewinner Graffiti- und Street Art Wettbewerb 2020

ab 1.4. im Kabinett im Untergeschoss

Zur Ausstellung

Im Rahmen der großen Werkschau des Bananensprayers Thomas Baumgärtel lobte die Kunsthalle 2020 einen Graffiti- und Street Art Wettbewerb aus. Gewonnen hat ihn der gebürtige Schweinfurter Philipp Katzenberger. Kunstschaffende aus der Region waren aufgerufen, sich mit den vielfältigen Mitteln der Street Art, mit Baumgärtels Bananen oder mit der Sammlung der Kunsthalle auseinanderzusetzen. Die kreativen Beiträge wurden dann im vergangenen Jahr im Atelier der Kunsthalle präsentiert.

Der Hauptpreis, eine eigene Ausstellung, ist ab April im Untergeschoss der Kunsthalle zu sehen, wo sich Katzenbergers oft ironische künstlerische Kommentare auf Politik und Alltag harmonisch in die Sektion „Individuum und Gesellschaft“ mit Arbeiten von unter anderem Thomas Baumgärtel, Hans Ticha oder Robert Höfling einfügen. Statt einer klassischen Jury haben die Besucher per Stimmzettel entschieden und Katzenberger mit seiner lebensfrohen Hommage an Gunter Sachs und seinem karikaturhaften Kommentar auf die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten als Sieger auserkoren. Die eigene Soloschau erlaubt nun einen erweiterten Einblick in das spannende Schaffen des jungen Street Artists.

Der größte Teil der Arbeiten hat Katzenbergers wird nun erstmalig in einer Ausstellung gezeigt. Eine Ausnahme ist die sechsteilige Serie „Schweinfurt von unten“ von 2019, eine Würdigung der vielen kleinen Eckkneipen der Stadt. Aktuell wirken die Blätter nicht nur durch den lokalen Bezug; neben Galerien, Kinos und Theatern sind auch Klubs und Kneipen mittlerweile seit vielen Wochen geschlossen. Die Corona-Pandemie soll definitiv nicht das Thema der Schau sein, auch wenn sich Titel wie „Mindestabstand“ klar darauf beziehen. Detailverliebt und technisch aufwendig lenkt Katzenberger den Blick lieber auf andere Fragestellungen, wie etwa das Thema Gleichheit in der Gesellschaft, die für ihn letztlich nur „Kopfsache“ ist. Oder er mahnt mit „Agent Orange“ vermeintlich längst vergangene historische Ereignisse wie den Vietnamkrieg an, dessen Auswirkungen für die Menschen vor Ort bis heute jeden Tag präsent sind.

Zum Künstler

Bereits 2017 war der inzwischen in Würzburg lebende Gestalter Philipp Katzenberger temporärer Gast in der Kunsthalle Schweinfurt. Bei seinem ersten Besuch bemalte Katzenberger vor Ort im Auftrag des Stadtmarketings das sogenannte Baustellenschwein, eine von vielen in der Stadt verteilten, bunt gestalteten Schweinefiguren aus der Serie Peter Galm, das später auf den Namen „Schippi Schörschle“ getauft wurde.

Katzenberger selbst berichtet, dass er „seit wohl 1986 unaufhörlich am Zeichnen und Gestalten von wasdaauchkomme“ gewesen sei; seit 2014 ist er hauptberuflich als freischaffender Künstler tätig. Zu seinem Repertoire zählen dabei Comiczeichnen und Karikaturen, Wandgestaltungen, Live-Paintings und Illustrationen jeder Art für verschiedenste Auftraggeber wie die Firmengruppe Göbel, den Waldkindergarten Oberdürrbach, das Theater Chambinzky und die Diskothek Labyrinth in Würzburg, oder das Weingut Franziska Schömig. Außerdem leitet das selbsterklärte „Rudeltier“ mit Leidenschaft Workshops, in denen er seine langjährige Erfahrung im Bereich Street Art und Gestaltung an interessierte junge Nachwuchskünstler weitergibt.

Begleitprogramm

Workshops mit Philipp Katzenberger zum Thema „Graffiti- und Street Art“ sind in Planung. Abhängig von den weiteren Entwicklungen und den jeweils geltenden Corona-Schutzbestimmungen werden genaue Termine und Teilnahmebedingungen über unsere Website sowie die Tagespresse bekannt gegeben.

Coronabedingt ist die Ausstellung sowie die Kunsthalle derzeit geschlossen.

(Foto: Simone Köhler)

« zurück